WordPress ist eines der größten CMS-Systeme im WWW und vermutlich auch das beliebteste. Seit WordPress 2003 „erfunden“ wurde, ist das Blog-System gewachsen und hat unendlich viele neue Funktionen und Optionen bekommen. Alleine über 48.000 Plugins im offiziellen Plugin-Verzeichnis von WordPress fügen alle denkbaren Funktionen dem CMS hinzu und machen WordPress auch deswegen zu einem so beliebten System.

Doch mit WordPress verhält es sich wie mit einem sehr beliebten Auto – z. B. dem Golf von VW (und der Vergleich ist vermutlich sogar noch besser, als ich es im ersten Augenblick mir gedacht hatte!). Viele fahren einen Golf weil ein Golf einen gewissen Standard verspricht und zeitgleich ein akzeptiertes Fortbewegungsmittel ist. Die Vielfalt an Geschäftsideen rund um WordPress impliziert diese Akzeptanz unter Web-Techies vergleichbar.

Wer sich das Golf-Einstiegsmodell zulegt bekommt somit ein solides und aktuelle Fortbewegungsmittel. Zwar nur mit 85 PS und wenigen Extras, aber es ist ein Golf. Und wer sich auf seinem gemietete Webspace WordPress installiert hat das Standard-Theme, keine nennenswerten Plugins und sonst auch nicht viel mehr. Alle schicken Dinge, die man auf anderen Blogs sieht, werden „ab Werk“ nicht mitgeliefert. Und schnell ist WordPress out-of-the-box auch nicht unbedingt, so wie der Serien-Golf! 😉

Jeder kann jedoch ein Plugin für WordPress schreiben und dieses der Gemeinschaft kostenlos (und natürlich auch kostenpflichtig) zur Verfügung stellen. Hierdurch vervielfachen sich die möglichen Einsatzgebiete von WordPress dramatisch und deswegen ist es vermutlich auch so beliebt. Als Apple 2009 mit den für das iPhone verfügbaren APPs Werbung machte („There’s an APP for that!“) gab es für WordPress bereits seit 2004 die Möglichkeit mit Anwendungen Dritter den Funktionsumfang von WordPress zu erweitern.

Und genau wie mit den APPs für iOS oder Android ist es auch mit den Plugins für WordPress: Es gibt solche und solche! Bei einem Plugin kommt es immer auf die zusätzlich gebotenen Funktionen, die Code-Qualität und natürlich die Optik an. Es gibt leider unzählige Plugins die gute neue Funktionen für das WordPress-Blog mitbringen, jedoch katastrophal programmiert sind und somit die Performance des gesamten Blogs gefährden.

Die Performance von Webseiten, und somit auch Blogs, wird (laut Google) immer wichtiger. Google will das Nutzer-Erlebnis möglichst perfekt haben und bewertet deswegen seit einiger Zeit bei der Darstellung der Suchergebnisse schlecht programmierte Webseiten schlechter als solche, die einen tadellosen Code haben. Hierbei wird unterstellt, dass schlechter Code die User-Experience negativ beeinträchtigt. Und deswegen ist eine solche Webseite in den Augen von Google für die User weniger wert.

Mit anderen Worten bedeutet dies, dass eine Webseite (oder ein Blog) mit schlechtem Quellcode und somit schlechterer Performance weiter hinten in den Suchergebnissen erscheinen wird. Natürlich gilt bei Google grundsätzlich „Content first“, jedoch kommt direkt danach „Performance second“. Wer also eine schlecht programmierte und nicht optimierte Webseite hat und relevante Inhalte liefert, wird mit großer Wahrscheinlichkeit in den Suchergebnissen hinter jenen landen, die sowohl relevanten Content, als auch eine gute Performance bieten.

Denn hier ist die User-Experience am besten, da die Webseite die gesuchten Informationen und Inhalte schnell und ohne Darstellungsprobleme lädt. Dann ist der User/Besucher/Kunde zufrieden!

Neueste PHP-Version verwenden

So banal es klingt, doch man sollte stets bemüht sein die aktuellste PHP-Version auf dem Webspace zu nutzen. Leider ist das nicht immer so einfach, da vielfach von günstigeren Webspace-Anbietern (ur)alte PHP-Versionen im Einsatz sind. Einen sinnvollen Grund gibt es hierfür auf keinen Fall, vermutlich liegt es nur an der Faulheit der Anbieter getreu dem Motto

If it ain’t broke, don’t fix it!

Jedoch bewahrheitet sich diese Praxis als sehr unvernünftig aufgrund der mit alter Software häufig einhergehenden Sicherheitslücken. Alleine schon, weil der Support für alte PHP-Versionen eingestellt wird. Mögliche Sicherheitslücken bleiben somit ungefixed und bieten potenziellen Angreifern eine Angriffsfläche.

PHP 7.x ist deutlich schneller als z. B. PHP 5.6 und hat somit einen wesentlichen Einfluss auf die Performance deiner WordPress-Installation. Verschiedene Tests und Performance-Bewertungen belegen die Performance-Steigerung deutlich!

Mit der aktuellsten PHP-Version ist man also vor alten Sicherheitslücken geschützt, kann die eigene Performance deutlich steigern und zusätzlich auf neue PHP-Funktionen zurückgreifen!

Bilder komprimieren

Zu einem guten Blog bzw. Blog-Beitrag gehören aussagekräftige Bilder. Mit Bildern wird ein Blog-Beitrag erst so richtig rund und komplett und Bilder helfen beim Lesen des Textes als optische Unterbrechung den meisten Lesern. Doch WordPres bringt ab Werk keine automatische Optimierung bzw. Komprimierung von Fotos mit. Aus diesem Grund landen Fotos genau so, wie sie hochgeladen werden in dem jeweiligen Blog-Beitrag bzw. auf der Blog-Seite.

Dies bedeutet, dass die Fotos und Bilder nicht komprimiert sind. Die Komprimierung von Bildern ist jedoch der entscheidende Weg, um nicht zu viel Datenbalast mit sich herum schleppen zu müssen. Mit kostenlosen Diensten wie z. B. Compressor.io kann man die Bildformate JPG, PNG, GIF und SCG online komprimieren lassen. Und in den meisten Fällen klappt die Komprimierung der Bilder auch ohne erkennbare Qualitätsverluste.

Bilder komprimieren mit Compressor.io

Der Dienst klappt denkbar einfach und ist schon einige Zeit verlässlich nutzbar. Jedoch muss jeder für seinen eigenen Workflow natürlich selber wissen, ob das manuelle Komprimieren über den genannten Dienst auf Dauer eine gute Option ist. In der Regel macht es mehr Sinn, dies in den Workflow automatisiert einzubauen, z. B. durch ein Plugin wie Optimus.

Bilder nachträglich laden

Bilder dürfen in keinem guten Blog-Beitrag fehlen. Vielfach wird durch gute Bilder oder Grafiken der Text erst richtig rund und darüber hinaus, wird durch gut platzierte Bilder der Lesefluss deutlich verbessert. Ein ausführlicher Text liest sich auf einem Display einfach besser, wenn es vereinzelt etwas optische „Auflockerung gibt“.

Die genutzten Bilder und Grafiken sollten auf jeden Fall komprimiert sein, damit nicht unnötig Datenbalast geladen werden muss. Wie zuvor beschrieben, können hierfür kostenlose Dienste genutzt werden, bei denen man die Fotos vor dem Upload in WordPress manuell komprimiert. Darüber hinaus kann der Einsatz von entsprechenden Plugins, die die Arbeit im Hintergrund automatisch für einen übernehmen sehr sinnvoll sein.

Gute GTmetrix Performance

Tools wie GTmetrix helfen die WordPress-Performance zu verbessern.

Wenn Google & Co. die Ladezeit einer Webseite bewerten, um (unter anderem) hiervon die Performance der Webseite für den User abzuleiten, bedeutet jedes gut gemeinte Foto auf einer Webseite natürlich Performance-Einbußen, da mit jedem zusätzlichen Foto weite Kilobytes geladen werden müssen. Und Google legt großen wert auf optimierte Seiten und Beiträge! Doch deswegen muss nicht auf Fotos verzichtet werden, denn wie gesagt, erfüllen diese auch einen sinnvollen Zweck, den Lesefluss zu vereinfachen, was wiederum der User-Experience zu Gute kommt.

Man kann jedoch das Laden der Bilder ein wenig optimieren: Mit entsprechenden Plugins wird bewirkt, dass beim Aufruf einer Webseite nicht alle Fotos und Grafiken geladen werden, sondern zunächst lediglich jene, die im sogenannten Viewport des Besuchers liegt:

The viewport ist the user’s visible area of the web page.

(Quelle: W3Schools)

Also mit anderen Worten und auf Deutsch: Der Viewport umschreibt den Bereicht, den der User gerade sehen kann von einer Webseite. Alles, was erst durch scrollen sichtbar wählt, zählt nicht zum Viewport. Und genau hier setzen solche Plugins an! Die Überlegung ist also: Warum sollte beim Aufruf etwas geladen werden, dass aktuell gar nicht gesehen werden kann und für die Funktion der Webseite nicht benötigt wird?

Durch den Einsatz eines solches Plugins werden also nur die sofort sichtbaren Fotos und Grafiken geladen. Alles, was außerhalb des Viewports liegt, wird erst dann nachgeladen, wenn der User auf der Seite scrollt und in die Nähe eines Bereichs kommt, der ein weiteres Foto z. B. darstellt.

Vergleichbar ist dies mit der von Amazon angebotenen Versandoption bei mehreren bestellten Artikeln diese einzeln zu verschicken, sobald diese verfügbar sind, und nicht alle auf einmal zu verschicken. Der bestellte Lamy-Füller kommt dann bereits morgen mit der Post und die Nachfüll-Patronen entsprechend einen Tag später.

Ein Nachteil für den Leser/Besucher deiner Webseite entsteht nicht, die Performance wird jedoch in der Regel deutlich verbessert!

Plugins entfernen oder austauschen

Ich habe nun schon mehrfach davon gesprochen, dass die Performance eines WordPress-Blogs auch mit Plugins optimiert werden kann. Doch an dieser Sache gibt es einen kleinen Haken:

Nicht jedes WordPress-Plugin hält, was es verspricht!

Wer ein Plugin entwickelt, der will, dass es auch von möglichst vielen Blogs genutzt wird. Also wird ein wenig Marketing betrieben – und selbst wenn dieses Marketing nur eine vielversprechende Plugin-Beschreibung ist, so ist es auch Marketing! Und deswegen kommt es leider sehr häufig vor, dass einem das Blaue vom Himmel versprochen wird. Natürlich wird dir ein Entwickler immer sagen, dass sein Plugin das beste für dich ist! 🙂

Doch leider halten viele WordPress-Plugins nicht das, was sie versprechen. Wer also vorschnell das erstbeste Plugin einsetzt, und glaubt, damit wäre nun alles in Ordnung, der kann sich hier gewaltig verrennen. Insbesondere bei kostenlosen Plugins gibt es relativ viele, die nicht ansatzweise das halten, was der Programmierer verspricht.

Hinzu kommt ein weiteres Problem von (zumeist) kostenlosen Plugins: Unsauberer Code und das Nichteinhalten von Logiken, die von WordPress mitunter vorgegeben werden, können WordPress erheblich ausbremsen. Um herauszufinden welches Plugin dein WordPress-Blog ausbremst, kann z. B. auf das Test-Plugin P3 Plugin Performance Profiler zurückgreifen.

Doch schlecht progammierte Plugins können auch den Funktionsumfang anderer Plugins oder deines Themes negativ beeinträchtigen. Die Wahl der richtigen Plugins sollte als gut überlegt getroffen werden und auf jeden Fall sollte man jedes Plugin auf Herz und Nieren überprüfen, bevor man es dauerhaft einsetzt. Hierbei empfiehlt es sich auch, nicht alle gewünschten Plugins auf einmal zu aktivieren. Stattdessen besser immer nur ein Plugin installieren, aktivieren, Einstellungen vornehmen und ausgiebig testen, bevor das nächste Plugin in Betrieb genommen wird.

Die Auswahl an kostenlose WordPress-Plugins ist riesig!

Die Auswahl an kostenlose WordPress-Plugins ist riesig! Quelle: https://wordpress.org/plugins-wp/

Grundsätzlich sollte bei der Auwahl von Plugins immer kritisch hinterfragt werden, ob das gewünschte Plugin auch tatsächlich benötigt wird. Ggf. lässt sich ein einfaches Feature durch eine Anpassung der functions.php deutlich einfacher hinzufügen und deutlich performanter realisieren.

Ergänzend muss auch angemerkt werden, dass sich mit jedem zusätzlichen Plugin auch die Angriffsfläche deiner WordPress-Installation erhöht! Wo unsauber programmiert wird, können Sicherheitslücken entstehen, die dein WordPress angreifbar machen können.

Schnellen Hoster verwenden

Jegliche Optimierung ist nutzlos, wenn dein WordPress bei einem lahmen Hoster liegt. Zwar ist diese Feststellung für dich vielleicht trivial, aber man muss dennoch Wert darauf legen! Man macht aus einem Trabi keinen Rennwagen. Startet man hingegen mit einem Porsche 911, sind die Chancen auf einen Gesamtsieg schon deutlich besser!

Aber welche Hosting-Anbieter sind schnell und welche langsam? So wenig weise es klingt, so einfach ist es aber: Was nichts kostet, ist auch nichts! Bietet dir ein Hoster also eine Domain mit 5GB Speicher und unlimitiertem Traffic für 1 Euro im Monat an, wird dein WordPress nie richtig schnell werden (vermutlich wird es noch nicht einmal langsam sein, sondern richtig langsam!).

Das Ziel jedes WordPress-Blogs: 100 Punkte im Pingdom-Performance-Test

Das Ziel jedes WordPress-Blogs: 100 Punkte im Pingdom-Performance-Test

Wer mir WordPress halbwegs professionell Arbeitet, sollte ca. 10 Euro im Monat in ein brauchbares Hosting-Paket inverstieren! In dem Preis sind dann in der Regel auch mehrere Domains enthalten, so dass man sich nicht mit einem Projekt zufrieden geben muss. 🙂 Darüber hinaus bieten solche Pakete auch einige zusätzliche Featurers (etwa einen SSH-Zugang oder SSL-Zertifikate), an die bei günstigeren Anbieter nie zu denken wäre. Entsprechend mehr Möglichkeiten hinsichtlich einer besseren WordPress-Performance bieten sich dir. Ich nutze seit Jahren ein Hosting-Paket von ALL-INKL, mit dem ich wirklich super zufrieden bin und alle der bisher genannten Punkte ohne Probleme umsetezen konnte.

Wer das eigene WordPress so richtig ans rennen kriegen will, sollte sich zudem mit SSD und Content-Delivery-Networks (CDN) befassen – natürlich erst, nachdem die zuvor genannten Punkte bearbeitet wurden!